14 February 2026, 16:28

Pistorius wirft USA vor, NATO durch Alleingänge in der Ukraine-Krise zu spalten

Eine Karte, die die 73-jährige Erweiterung der Nordatlantikvertragsorganisation (NATO) von 1949 bis heute zeigt, wobei die Regionen farblich nach Jahren unterteilt sind und ein Textbeschreibung oben steht.

Pistorius wirft USA Schaden für NATO vor - Pistorius wirft USA vor, NATO durch Alleingänge in der Ukraine-Krise zu spalten

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die Vorgehensweise der USA in der NATO unter dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump scharf kritisiert. Er warf Washington vor, das Bündnis zu schwächen, indem europäische Partner von zentralen Sicherheitsgesprächen ausgeschlossen würden. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit wachsender Besorgnis über die einseitigen Verhandlungen der USA mit Russland und der Ukraine.

Pistorius verwies auf die jüngsten von den USA geführten Gespräche in Abu Dhabi, denen weitere Treffen in Miami und Genf folgen sollen. Diese Beratungen, die sich mit der Zukunft der Ukraine befassen, haben europäische Verbündete weitgehend an den Rand gedrängt – trotz Protesten von Führungspersönlichkeiten wie dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj und Frankreichs Staatschef Macron. Die USA drängen auf schnelle Vereinbarungen und haben Berichten zufolge bereits Zugeständnisse in Fragen des ukrainischen Territoriums, einer NATO-Mitgliedschaft und Sicherheitsgarantien gemacht – Positionen, die zwar zunächst in Brüssel diskutiert, aber nie vollständig mit Europa abgestimmt wurden.

Der Minister warnte, solche Alleingänge untergraben die Einheit der NATO. Als Beispiele nannte er US-Ansprüche auf Grönland sowie das einseitige Vorgehen in der Ukraine-Frage, die Gegner nur ermutigten. Pistorius wies zudem darauf hin, dass russische Forderungen – darunter der Abzug der Ukraine aus dem Donbass – in den Verhandlungen weiterhin ungelöst seien.

Er betonte, die Stärke der NATO liege im gemeinsamen Handeln, nicht in einseitigen Entscheidungen. Mit über 30 Mitgliedsstaaten mache das Bündnis Amerika erst stark, argumentierte Pistorius. Er bestand darauf, dass Sicherheitspolitik sowohl Europa als auch den USA zugutekommen müsse, und forderte eine ausgewogenere transatlantische Partnerschaft.

Der Streit spiegelt die größeren Spannungen in den amerikanisch-europäischen Beziehungen unter Trumps Führung wider. Europäische Vertreter haben wiederholt Kritik geäußert, von entscheidenden Gesprächen ausgeschlossen zu werden. Pistorius' Aussagen unterstreichen die Notwendigkeit einer einheitlichen NATO-Strategie – einer Strategie, die sowohl amerikanische als auch europäische Sicherheitsinteressen berücksichtigt.