Ruhm kostet Lebensjahre: Warum Stars früher sterben als ihre Kollegen
Emil KrügerRuhm kostet Lebensjahre: Warum Stars früher sterben als ihre Kollegen
Ruhm hat einen hohen Preis – er verkürzt das Leben. Eine Studie der Universität Witten/Herdecke zeigt: Bekannte Musiker leben im Schnitt fast fünf Jahre kürzer als ihre weniger prominenten Kollegen. Die Forschungsergebnisse widerlegen die Annahme, dass Reichtum und Status automatisch zu einem längeren Leben führen.
Die Legende vom „27er-Club“ fasziniert die Öffentlichkeit seit langem. Zu dieser Gruppe zählen sechs Ikone der Musikgeschichte – Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain und Amy Winehouse –, die alle mit oder kurz vor ihrem 27. Lebensjahr starben. Doch das Phänomen beschränkt sich nicht auf westliche Stars: Auch die russischen Musiker Wiktor Zoi und Alexander Baschlatschew verstarben im selben Alter.
Das „British Medical Journal“ entkräftigte 2011 die These von einem „verfluchten Alter“. Stattdessen belegen Studien, dass Ruhm selbst das Sterberisiko um 33 Prozent erhöht – im Vergleich zu Menschen, die nie große Bekanntheit erlangten. Berühmte Musiker erreichen durchschnittlich ein Alter von 75,19 Jahren, während ihre weniger bekannten Kollegen im Schnitt 79,75 Jahre alt werden. Die negativen Auswirkungen des Ruhms auf die Lebenserwartung überwiegen offenbar die Vorteile eines hohen sozioökonomischen Status. Trotz besserer medizinischer Versorgung und finanzieller Mittel fordern die Belastungen des Promi-Daseins ihren Tribut.
Die Ergebnisse offenbaren eine bittere Wahrheit: Ruhm verkürzt die Lebenszeit. Bekannte Musiker sterben jünger als ihre Kollegen – unabhängig von Wohlstand oder Erfolg. Die Studie unterstreicht, wie dringend es ist, die gesundheitlichen Risiken der Star-Kultur anzugehen.