14 January 2026, 14:35

Satirisches Gedicht im Auswärtigen Amt zielt auf Baerbock und Habeck – und löst Debatte aus

Ein deutscher Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

"Bild": Aufruhr im Ministerium wegen internem Spottgedicht - Satirisches Gedicht im Auswärtigen Amt zielt auf Baerbock und Habeck – und löst Debatte aus

Ein im deutschen Auswärtigen Amt veröffentlichtes satirisches Gedicht sorgt für Aufsehen, weil es zwei ehemalige Regierungsmitglieder scharf kritisiert. Das unter Pseudonym verfasste Werk zielt auf Annalena Baerbock und Robert Habeck – beide verließen im September ihre Ämter. Zwar werden ihre Namen nicht direkt genannt, doch die Anspielungen lassen kaum Zweifel an den gemeinten Personen.

Das Gedicht mit dem Titel „Dreh die Heizung ab, zieh einen Pulli an“ erschien zunächst in „InternAA“, der hausinternen Mitarbeiterzeitschrift des Auswärtigen Amts. Zeilen wie „Die Welt, feministisch nach Plan, gerettet werden soll – doch nicht alle lachten mit“ oder „Glatte Reden, ohne Können, vergaßen das Volk“ spotten über die Politik von Baerbock und Habeck während ihrer Zeit in der Ampelkoalition. Verfasser ist Siegfried Geilhausen, Vizekonsul in Temeswar (Timișoara), Rumänien, der für das Gedicht das Pseudonym „SIGGIG“ nutzte.

Das Auswärtige Amt entfernte das Gedicht später aus der Zeitschrift. Offizielle Stellen betonten, „InternAA“ genieße trotz seiner Funktion als interne Publikation redaktionelle Unabhängigkeit. Die Veröffentlichung fällt in eine Phase des beruflichen Neuanfangs für beide Politiker: Baerbock schied im September als Außenministerin aus, um das Amt der Präsidentin der UN-Generalversammlung zu übernehmen. Habeck wiederum legte im selben Monat seine Ämter als Vizekanzler und Wirtschaftsminister nieder und gab später auch sein Bundestagsmandat auf. Mittlerweile arbeitet er an einem Forschungsinstitut in Dänemark.

Die Veröffentlichung und spätere Streichung des Gedichts unterstreichen die anhaltenden Kontroversen über das Erbe von Baerbocks und Habecks Regierungszeit. Zwar haben beide längst neue Aufgaben übernommen, doch die Kritik in „InternAA“ spiegelt die fortbestehenden Debatten über ihre Politik wider. Das Auswärtige Amt äußerte sich nicht weiter zu der redaktionellen Entscheidung.