12 February 2026, 12:51

Siemens in der Kritik: Investoren zweifeln an KI-Strategie und Healthineers-Abspaltung

Eine Liniengrafik, die die erhöhte Ausgabe von BAAs über verschiedene Branchengruppen zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datenkontext bereitstellt.

Siemens in der Kritik: Investoren zweifeln an KI-Strategie und Healthineers-Abspaltung

Siemens erntet scharfe Kritik von Großinvestoren auf Hauptversammlung in München

Auf der Aktionärsversammlung in München sah sich Siemens mit harter Kritik führender Fondsmanager konfrontiert. Anleger hinterfragten die AI-Strategie des Konzerns, jüngste Übernahmen sowie Verzögerungen bei der Abspaltung der Healthineers-Sparte. Trotz der Vorwürfe kletterte die Siemens-Aktie am 12. Februar 2026 auf ein Rekordhoch von rund 274 Euro.

Prominente Vermögensverwalter wie Arne Rautenberg von Union Investment und Ingo Speich von Deka äußerten Unmut über den Wandel Siemens' zu einem softwaregetriebenen Technologieunternehmen. Rautenberg forderte greifbare Ergebnisse aus dem AI-Vorstoß: "Wir wollen keine Visionen mehr kaufen – wir wollen echte Wirkung sehen." Speich pflichtete bei und warnte, die AI-Initiativen hätten die Profitabilität bisher nicht ausreichend gesteigert; ihr Effekt auf die Gewinnmarge sei "noch zu begrenzt".

Auch die Übernahmen von Altair und Dotmatics im Volumen von 16 Milliarden Dollar standen in der Kritik. Speich mahnte CEO Roland Busch zu Zurückhaltung, um finanzielle Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Rautenberg bezeichnete die zögerliche Abspaltung von Healthineers als "schlampige Arbeit" und argumentierte, sie habe das Vertrauen der Anleger erschüttert.

Busch entgegnete, im April würden weitere Details zur Healthineers-Trennung bekannt gegeben, darunter Zeitplan und steuerliche Behandlung. Zudem betonte er, Siemens bleibe dabei, seine Kerngeschäftsbereiche – Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility – unter der Strategie "One Tech Company" enger zu verzahnen.

Trotz der Kritik blieb die Aktienperformance stark: Seit Jahresbeginn legten die Papiere um etwa 14 Prozent zu, mit einem intratäglichen Sprung von 6–7 Prozent nach robusten Zahlen für das erste Quartal 2026. Speich warnte jedoch vor einer KI-Blase, deren Platzen dem Konzern schwer zusetzen könnte.

Jetzt steht Siemens unter Druck, messbare Erfolge aus den AI-Investitionen vorzuweisen und die Healthineers-Abspaltung zügig umzusetzen. Während die Aktie glänzt, bleiben Sorgen über Ausgaben und Umsetzung. Die April-Aktualisierungen zur Trennung werden mit Spannung erwartet – als Gradmesser für Fortschritte.