25 March 2026, 10:12

Social Media treibt unvorbereitete Wanderer in lebensgefährliche Bergabenteuer

Schwarz-weißes Foto einer 1918er Zeitung mit der Überschrift "Glasnik", das eine Gruppe von Menschen mit Rucksäcken auf einem Berg zeigt.

Social Media treibt unvorbereitete Wanderer in lebensgefährliche Bergabenteuer

Immer mehr Wanderer wagen nach dem Anblick von Social-Media-Beiträgen gefährliche Bergtouren. Aktuelle Rettungseinsätze und spektakuläre Kletteraktionen haben Besorgnis über die Risiken ausgelöst, die mit dem Nachahmen von Online-Trends verbunden sind. Experten warnen, dass unvorbereitete Bergsteiger sich in Lebensgefahr bringen, indem sie Influencern ohne ausreichende Vorbereitung nacheifern.

Der norwegische Kletterer Magnus Midtbø bestieg kürzlich das Matterhorn – ohne alpine Erfahrung oder Bergführer. Sein YouTube-Video vom Aufstieg verzeichnete seitdem über 2,7 Millionen Aufrufe. Christoph Pirchmoser vom Österreichischen Alpenverein (ÖAV) bezeichnete Midtbøs Tour als leichtsinnig und betonte, er habe Glück gehabt, keinen Unfall erlitten zu haben.

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In Deutschland erreichte der TikTok-Influencer Jonathan Schöck trotz fehlender Klettererfahrung und Höhenangst den Gipfel der Zugspitze. Sein Versuch ist Teil eines Trends, bei dem Social-Media-Nutzer schwierige Routen angehen, nachdem sie entsprechende Inhalte online gesehen haben. Die Bergwacht Bayern musste kürzlich zwei Wanderer retten, die ihre Tour ausschließlich auf Basis von TikTok-Videos geplant hatten.

Rettungsdienste in Deutschland und Österreich verzeichnen einen Anstieg an Einsätzen, die auf unvorbereitete Touristen zurückgehen, die sich von Social Media inspirieren lassen. Zwar werden solche Vorfälle nicht systematisch erfasst, doch regionale Teams bestätigen mehr Rettungsaktionen an Bergen wie dem Matterhorn, der Zugspitze oder den Allgäuer Alpen. Roland Ampenberger von der Bergwacht Bayern bezeichnete Social Media als "zweischneidiges Schwert" für den Bergsport.

Anjan Truffer von Air Zermatt ist überzeugt, dass Menschen durch Online-Plattformen zu größeren Risiken bereit sind. Gleichzeitig nutzen alpine Vereine im deutschsprachigen Raum Social Media mittlerweile selbst – um über Sicherheit im Gebirge aufzuklären. Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein (DAV) argumentiert, dass risikofreudige Influencer kein neues Phänomen seien, sondern Teil eines langjährigen Musters.

Die Bergrettungsteams bleiben weiter mit steigenden Einsatzzahlen konfrontiert, da Social Media riskantes Verhalten fördert. Alpenvereine reagieren mit Aufklärungskampagnen, um auf die Gefahren unvorbereiteter Touren hinzuweisen. Der Trend zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung – Influencer wie Follower gehen für Online-Aufmerksamkeit weiterhin an ihre Grenzen.

Quelle