Söder fordert radikale Steuerreform: Körperschaftsteuer soll schneller sinken als geplant
Emil KrügerVor CSU-Fraktion: Söder fordert Beschleunigung der Unternehmenssteuerreform - Söder fordert radikale Steuerreform: Körperschaftsteuer soll schneller sinken als geplant
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Vorsitzender der CSU, drängt auf schnellere Steuerreformen, um die finanzielle Belastung für Unternehmen und Haushalte zu verringern. Seine Vorschläge umfassen eine frühere Senkung der Körperschaftsteuer als geplant sowie eine Streichung der Stromsteuer für alle Bürger.
Söders Vorstoß erfolgt während der Debatte in Deutschland über eine schrittweise Absenkung der Körperschaftsteuer. Der aktuelle Plan sieht vor, diese von 15 auf 10 Prozent bis 2032 in jährlichen Schritten von einem Prozentpunkt zu reduzieren. Söder fordert jedoch eine Beschleunigung: Die Senkung soll bereits ab dem 1. Juli 2026 greifen – statt wie ursprünglich vorgesehen ab 2028. Ökonomen lehnen diesen schnelleren Zeitplan jedoch ab.
Ein weiterer zentraler Punkt ist eine rückwirkende Senkung der Körperschaftsteuer zum 1. Januar 2026. Zudem schlägt Söder vor, das Heizungsgesetz abzuschaffen, um Mittel für zusätzliche Steuerentlastungen freizumachen. Bei den Stromkosten plant die Regierung, die Stromsteuer ab 2026 auf das EU-Mindestmaß von 0,05 Cent pro Kilowattstunde zu senken – was der Industrie, der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft zugutekäme. Söder hatte bereits 2023 eine umfassendere Stromsteuersenkung für alle Bürger gefordert. Darüber hinaus soll eine 30-prozentige degressive Abschreibung („Investitions-Booster“) für Unternehmensinvestitionen vom 30. Juni 2025 bis zum 31. Dezember 2027 gelten. Insgesamt würden die Maßnahmen zur Körperschaftsteuer und Stromsteuer weniger als zehn Milliarden Euro kosten.
Ziel der Reformen ist es, die finanzielle Last für Unternehmen und Haushalte zu verringern. Würden Söders Pläne umgesetzt, könnten Unternehmen früher von Steuererleichterungen profitieren, während die Stromkosten ab 2026 dauerhaft sinken würden. Die endgültigen Entscheidungen hängen von Koalitionsverhandlungen und wirtschaftlichen Bewertungen ab.