24 March 2026, 18:14

Steuerstreit 2026: Wie CDU und SPD Geringverdiener entlasten wollen – und wer zahlt

Plakat mit fettem schwarzem Text auf einem weißen Hintergrund, der von einem schmalen schwarzen Rahmen umgeben ist und "Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Steuern für die Reichen und große Unternehmen weiter senkt."

Steuerstreit 2026: Wie CDU und SPD Geringverdiener entlasten wollen – und wer zahlt

Die Debatten über Steuersenkungen für Gering- und Mittelverdiener haben sich zu Beginn des Jahres 2026 zugespitzt. In den Koalitionsgesprächen zwischen CDU und SPD geht es nun vor allem darum, wie diese Entlastungen finanziert werden sollen – im Raum stehen unter anderem eine Erhöhung der Mehrwertsteuer oder höhere Spitzensteuersätze. Ökonomen und Wirtschaftsverbände warnen indes vor möglichen Risiken für Wachstum und Investitionen.

Die SPD schlägt vor, die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte auf 21 Prozent anzuheben, um die Senkung der Einkommensteuer zu finanzieren. Beide Seiten scheinen sich darauf zu verständigen, die Grenze für den Spitzensteuersatz von 42 Prozent auf ein Einkommen zwischen 80.000 und 90.000 Euro anzuheben. Einige SPD-Politiker, unterstützt vom DIW-Ökonomen Marcel Fratzscher, fordern zudem, den Spitzensteuersatz selbst auf 47 bis 49 Prozent zu erhöhen. Die CDU lehnt eine Anhebung des Spitzensteuersatzes zwar ab, zeigt sich aber kompromissbereit, sofern im Gegenzug Entlastungen für den Mittelstand – den sogenannten "Mittelstandsbauch" – durchgesetzt werden.

Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, warnt vor einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes und argumentiert, dies könnte das Wirtschaftswachstum belasten, insbesondere für Unternehmen in der Rechtsform von Personengesellschaften. Auch höhere Erbschaftssteuern hält er nicht für eine tragfähige Finanzierungsquelle: Selbst eine realistische Reform würde nicht genug Einnahmen generieren, um spürbare Einkommensteuersenkungen zu ermöglichen. Stattdessen fordert Fuest die Regierung auf, zunächst die Ausgaben zu kürzen, bevor über Steuersenkungen nachgedacht werde – mit Verweis auf die Schuldenbremse als Begrenzung für neue Kredite.

Wirtschaftsverbände teilen die Bedenken gegen höhere Spitzensteuersätze, während die Bereitschaft der Union zu Kompromissen davon abhängt, ob Entlastungen für die Mittelschicht durchgesetzt werden können. Noch sind keine endgültigen Entscheidungen gefallen, und die Finanzierungsfrage bleibt ungelöst.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Steuerreformpläne der Koalition stehen nun vor der Herausforderung, Entlastungen für Gering- und Mittelverdiener mit den wirtschaftlichen Risiken in Einklang zu bringen. Während über Mehrwertsteuererhöhungen und Anpassungen des Spitzensteuersatzes weiter verhandelt wird, hängt das Ergebnis davon ab, ob Ausgabenkürzungen oder alternative Einnahmequellen an Fahrt gewinnen. Eine finale Einigung ist noch nicht in Sicht.

Quelle