05 February 2026, 14:33

Streit um bayerische Jagdreform: Mehr Rechte für Jäger, Kritik von Umweltschützern

Ein altes Foto von zwei Elchen, die auf einer bewaldeten Lichtung grasen, mit Bäumen und einem klaren Himmel, und einem Text am unteren Bildrand.

Streit um Jagdgesetz - Jetzt im Landtag - Streit um bayerische Jagdreform: Mehr Rechte für Jäger, Kritik von Umweltschützern

Ein neuer Gesetzentwurf zur Reform des Jagdrechts in Bayern hat im Parlament hitzige Debatten ausgelöst. Die Vorlage zielt darauf ab, Jägern und Grundbesitzern mehr Kontrolle über Abschussquoten zu geben und gleichzeitig die Jagdzeiten für Rehwild anzupassen. Die Opposition kritisiert die geplanten Änderungen jedoch scharf und bezeichnet sie als Rückschritt für den Artenschutz.

Der Entwurf nimmt zudem Wölfe und Goldschakale in das bayerische Jagdrecht auf, um deren wachsende Bestände besser regulieren zu können. In den vergangenen fünf Jahren ist die Wolfspopulation von etwa 50 auf über 150 Tiere angestiegen, wobei sich ihre Reviere insbesondere in der Oberpfalz und im Bayerischen Wald ausdehnen.

Die Reform sieht eine grundlegende Überarbeitung der bestehenden Vorschriften vor, indem bürokratische Hürden bei der Festlegung von Abschussquoten abgebaut werden. Lokale Jäger und Grundeigentümer sollen künftig mehr Eigenverantwortung bei der Festsetzung der Limits erhalten – ein Schritt, den die Regierungsmehrheit als Effizienzgewinn für das Wildtiermanagement bewirbt. Eine weitere zentrale Neuerung verschiebt den Beginn der Rehjagd auf April, um sie an veränderte Vegetationszyklen anzupassen.

Innerhalb der Koalition gab es erhebliche Meinungsverschiedenheiten über die Details, sodass ein Kompromiss erst im September erzielt werden konnte. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern verteidigte den Entwurf und wies die Bedenken der Opposition als "ideologische Sabotage" zurück. Roland Magerl von der AfD begrüßte die Pläne hingegen als "positiven Schritt".

Kritik kam prompt von Grünen und SPD in der ersten parlamentarischen Debatte. Mia Goller (Grüne) argumentierte, dass weniger staatliche Kontrolle die Unterschiede zwischen gut und schlecht bewirtschafteten Jagdrevieren verschärfen werde. Horst Arnold (SPD) verurteilte den Rückzug des Staates als "Bankrotterklärung für die öffentliche Verwaltung".

Der Gesetzentwurf geht nun trotz anhaltender Widerstands in die nächste Runde. Bei einer Verabschiedung würde er Jägern mehr Spielraum bei Abschussentscheidungen einräumen und Wölfe sowie Goldschakale offiziell in die Jagdverordnung aufnehmen. Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund einer weiter wachsenden Wolfspopulation in Bayern – und werfen damit neue Fragen für ein langfristiges Wildtiermanagement auf.