11 January 2026, 16:25

Sven Hannawald zerpflückt Deutschlands Skisprung-Nachwuchs und warnt vor Selbstzufriedenheit

Menschen in Pullovern fahren auf Skiern auf dem Eis, mit einer Seilbahn, Bergen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Sven Hannawald zerpflückt Deutschlands Skisprung-Nachwuchs und warnt vor Selbstzufriedenheit

Skisprung-Legende Sven Hannawald übt scharfe Kritik an Deutschlands Nachwuchs

Der deutsche Skisprung-Ikone Sven Hannawald hat die aktuelle Talentgeneration seines Landes hart angegriffen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der junge Athleten wie Felix Hoffmann und Philipp Raimund Aufmerksamkeit erregen, während etablierte Stars wie Andreas Wellinger und Karl Geiger mit anhaltenden Leistungsproblemen kämpfen. Hannawalds Kritik richtet sich zudem auf fragwürdige Trainingsmethoden und neue Ausrüstungsregeln, die die Leistungen beeinträchtigen.

Besonders hob Hannawald Felix Hoffmann hervor, der als bester deutscher Springer beim Turnier 2026 gilt – ihm fehle jedoch die nötige Intensität und der Ehrgeiz. Der ehemalige Champion warnte, dass Selbstzufriedenheit und die Bereitschaft, sich mit durchschnittlichen Ergebnissen zu begnügen, den Fortschritt der nächsten Generation bremsen könnten. Auch bei Hoffmanns Teamkollegen Philipp Raimund stellte er infrage, ob beide über den nötigen Antrieb verfügen, um ganz nach oben zu kommen.

Die neuen Vorschriften für eng anliegende Anzüge treffen vor allem Wellinger und Geiger hart. Beide setzten bisher auf eine maximale Oberflächenvergrößerung für besseren Auftrieb – doch die Regeländerung wirft ihre Technik durcheinander. Hannawald schätzt, dass Wellinger dank seines tieferen Verständnisses für Aerodynamik bessere Chancen auf ein Comeback habe als Geiger. Mit Blick auf die Zukunft schlug der Ex-Champion vor, dass beide den anstehenden Weltcup in Zakopane auslassen könnten, um sich stattdessen auf die Verfeinerung ihrer Fähigkeiten zu konzentrieren. Trotz der aktuellen Schwierigkeiten betonte Hannawald, dass Deutschlands wissenschaftliche, trainingsmethodische und ausrüstungstechnische Standards nach wie vor mit denen anderer Spitzenationen mithalten können. Dennoch wartet das Land seit über zwei Jahrzehnten – seit Hannawalds Olympiasieg 2002 und seinem Triumph bei der Vierschanzentournee – vergeblich auf einen würdigen Nachfolger.

Hannawalds Kritik unterstreicht die Unsicherheit über die Zukunft des deutschen Skisprungs. Während die Veteranen mit Problemen kämpfen und die jungen Talente unter Beobachtung stehen, könnten die zuständigen Verbände gezwungen sein, Trainingskonzepte und Ausrüstungsstrategien grundlegend zu überdenken. Der bevorstehende Weltcup in Zakopane wird zeigen, ob das Team sich an die neuen Regeln anpassen und seine einstige Dominanz zurückgewinnen kann.