Telekom startet Mega-KI-Rechenzentrum in München und revolutioniert Deutschlands Digitalwirtschaft
Lotta SchulteTelekom startet Mega-KI-Rechenzentrum in München und revolutioniert Deutschlands Digitalwirtschaft
Telekom eröffnet Deutschlands größtes KI-Rechenzentrum in München – und steigert die heimische KI-Leistung um 50 Prozent
Die Deutsche Telekom hat in München Deutschlands größtes Rechenzentrum für künstliche Intelligenz in Betrieb genommen und damit die nationale KI-Rechenkapazität auf einen Schlag um 50 Prozent erhöht. Das eine Milliarde Euro teure Projekt, das in Zusammenarbeit mit NVIDIA realisiert wurde, verwandelt einen ehemaligen Standort der HypoVereinsbank in ein Hochleistungszentrum für industrielle KI-Anwendungen. Zur feierlichen Eröffnung am 4. Februar 2026 kamen Politiker, Medienvertreter und Großunternehmen zusammen.
Die neue Anlage erstreckt sich über sechs unterirdische Etagen im Tucherpark – dort, wo einst die HypoVereinsbank ihre Daten lagerte. Nun von der Deutschen Telekom angemietet, wurde das Gelände komplett umgerüstet und mit über 8.000 NVIDIA-Grafikprozessoren ausgestattet. Die Kühlung erfolgt durch das nahegelegene Eisbach-Fließgewässer, während die Abwärme künftig zur Beheizung benachbarter Wohnungen und zum Betrieb eines kleinen Wasserkraftwerks genutzt werden soll.
Mit 75 Kilometern Glasfaserkabeln und zwei externen 400-Gbit/s-Anbindungen läuft das Rechenzentrum vollständig über das Netz der Deutschen Telekom. Es richtet sich vor allem an Industrieunternehmen und mittelständische Betriebe, die so KI-Tools entwickeln können, ohne auf ausländische Rechenzentren angewiesen zu sein. Als erstes Großprojekt entsteht hier SOOFI, ein europäisches Großsprachmodell.
Fünf Unternehmen – Agile Robots, Wandelbots, Quantum Systems, PhysicsX und Perplexity – haben bereits Verträge unterzeichnet. Auch langjährige Telekom-Partner wie Airbus, BMW und Siemens sollen die leistungsstarken, latenzarmen KI-Dienste nutzen. Zur Eröffnung erschienen prominente Gäste, darunter Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Vizekanzler Lars Klingbeil.
Das Rechenzentrum fügt Münchens KI-Infrastruktur eine Leistung von 0,5 ExaFLOPS hinzu und verdoppelt damit die bisherige Gesamtkapazität Deutschlands. Die laufenden Kosten decken Strom und Kühlung ab, doch das Zentrum soll vor allem die heimische KI-Entwicklung vorantreiben. Unternehmen erhalten damit eine lokale Alternative zu ausländischen Rechenzentren – besonders für industrielle Anwendungen.