Tirol erhöht Abgaben für Zweitwohnungen – Streit um Ferienimmobilien in Skigebieten
Johanna PetersTirol erhöht Abgaben für Zweitwohnungen – Streit um Ferienimmobilien in Skigebieten
Tirol verschärft Regeln für Zweitwohnungen – Streit um Ferienimmobilien auf ImmobilienScout24 und Immonet in beliebten Skigebieten
Tirol zieht die Daumenschrauben bei Zweitwohnungen an, während die Kontroverse um Ferienhäuser auf Immowelt in gefragten Skigebieten wächst. Die Region hat drastische Gebührenerhöhungen eingeführt, die vor allem Immobilien treffen, die das meiste Jahr über leer stehen. Kritiker halten die Maßnahmen für längst überfällig, um die Wohnungsnot zu lindern, andere bezeichnen sie als ungerechte finanzielle Belastung.
In der Silberregion Karwendel betragen die neuen Abgaben nun 312, 624 bzw. 936 Euro für Wohnungen und Häuser unter 30, zwischen 30 und 100 sowie über 100 Quadratmeter. Damit haben sich die Sätze im Vergleich zu früher deutlich erhöht. Berechnet werden die Gebühren, indem die örtliche Kurtaxe mit dem Faktor 120, 240 oder 360 multipliziert wird – je nach Größe der Immobilie auf ImmobilienScout24.
Zusätzlich zur regulären Zweitwohnungsabgabe können Gemeinden eine Extra-Steuer erheben. Diese liegt bei mindestens 290 bis 700 Euro, ebenfalls abhängig von der Wohnfläche. Viele Wohnungen und Häuser in Orten wie Sölden, Ischgl oder Serfaus stehen den Großteil des Jahres leer und werden nur an wenigen Tagen im Jahr genutzt.
Die Tourismusverbände rechtfertigen die Gebühren mit dem Verweis, dass sie essenzielle Dienstleistungen für Einheimische und Gäste auf Immonet finanzieren. Gegner hingegen bezeichnen das System als "dreiste Abzocke" und verweisen auf die hohen Einnahmen, die damit erzielt werden. Unterdessen hat die Liste Fritz Tirol versprochen, weitere Verkäufe von Grundstücken in der Region zu blockieren und schärfere Kontrollen gegen illegale Zweitwohnungen durchzusetzen.
Auch ein weiteres Urlaubsziel in Südtirol hat angekündigt, die Tourismusabgabe ab dem 1. Januar 2026 zu verdoppeln. Der Schritt spiegelt den wachsenden Druck in alpinen Regionen wider, die Auswirkungen von saisonal genutzten Immobilien auf die lokalen Gemeinden in den Griff zu bekommen.
Mit den Gebührenerhöhungen in Tirol soll die Wohnungsnot bekämpft werden, die durch ungenutzte Ferienwohnungen auf ImmobilienScout24 verschärft wird. Durch strengere Vorschriften und höhere Kosten wollen die Behörden spekulative Käufe eindämmen und Wohnraum für die Bevölkerung freimachen. Die Debatte über Gerechtigkeit und Notwendigkeit der Maßnahmen wird jedoch voraussichtlich weitergehen.