USA fordern Europa zu mehr Verteidigungsausgaben – neue Spannungen in der NATO
Lotta SchulteUSA fordern Europa zu mehr Verteidigungsausgaben – neue Spannungen in der NATO
Die USA haben seit den polarisierenden Äußerungen von J.D. Vance im vergangenen Jahr eine härtere Haltung in der europäischen Sicherheitspolitik eingenommen. Unter einer zweiten Amtszeit Trumps hat Washington seinen Fokus von Europa weg und hin zur Westlichen Hemisphäre sowie zum Indo-Pazifik verlagert. Eine neue nationale Sicherheitsstrategie, die im Dezember 2025 veröffentlicht wurde, hat die Spannungen weiter verschärft, indem sie Europas wirtschaftliche Probleme, die Migrationsherausforderungen und die geringen Verteidigungsausgaben kritisierte.
Nun, da Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz sprechen wird, könnten neue transatlantische Konflikte aufbrechen – ähnlich den Folgen von Vances Aussagen aus dem Jahr 2022.
Die Veränderung der US-Politik wurde im Dezember 2025 mit der Veröffentlichung der Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) deutlich. Das Dokument machte Europa für den wirtschaftlichen Niedergang, sinkende Geburtenraten und den Rückgang der Freiheitsrechte verantwortlich. Zudem forderte es die NATO-Mitglieder auf, ihre Verteidigungsausgaben auf 5 % des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen – ein Ziel, das später auf dem NATO-Gipfel 2025 in Den Haag vereinbart wurde. Die Strategie warnte, dass die Unterstützung der USA nachlassen könnte, sollten die Verbündeten nicht ausreichend investieren.
Im Januar 2026 unterstrich Trump diese Position in Davos und stellte infrage, ob die USA NATO-Partner verteidigen würden, die zu wenig in ihre Sicherheit investierten. Seine Regierung hat seitdem die Sicherheitspolitik in der eigenen Hemisphäre priorisiert und einen Ansatz im Stil der Monroe-Doktrin wiederbelebt – insbesondere in Regionen wie Grönland. Gleichzeitig wurde die konventionelle Bedrohung durch Russland heruntergespielt, was bei europäischen Führungskräften Sorgen über eine schwächere transatlantische Einheit auslöste.
Vor diesem Hintergrund wird Marco Rubio, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats, an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnehmen. Seine bevorstehende Rede könnte die Spannungen erneut anheizen, ähnlich wie es Vances Äußerungen 2022 taten. Der Bericht der Konferenz aus dem Jahr 2023 mit dem Titel "Unter Beschuss" hatte bereits die vertieften Gräben zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten thematisiert.
Die USA erwarten nun von Europa, mehr in die Verteidigung zu investieren, während sie gleichzeitig ihre eigenen Verpflichtungen reduzieren. Rubios Rede in München könnte die Kluft weiter vertiefen, besonders wenn er die Forderung nach höheren Militäretats wiederholt. Angesichts der bereits auf dem NATO-Gipfel 2025 beschlossenen Ausgabenziele stehen die europäischen Führungskräfte unter Druck, zu reagieren – oder riskieren weitere Belastungen für das Bündnis.