Weltpremiere in Bayern: Schwimmende Solaranlage setzt neue Maßstäbe für Ökostrom
Johanna PetersWeltpremiere in Bayern: Schwimmende Solaranlage setzt neue Maßstäbe für Ökostrom
Meilenstein in Bayern: Weltpremiere für innovative Solaranlage
In Bayern ist eine bahnbrechende Solaranlage in Betrieb gegangen, die neue Maßstäbe in der erneuerbaren Energie setzt. Die Besonderheit: Die Anlage schwimmt auf dem Wasser, und ihre Solarmodule sind vertikal montiert. Das Unternehmen Sinn Power, das hinter dem Projekt steht, behauptet, es handele sich um die erste schwimmende Solaranlage dieser Art weltweit.
Die Pilotanlage in Gilching nutzt ein neuartiges Design, das die Stromerzeugung besonders in den Morgen- und Abendstunden effizienter gestaltet. Anders als bei herkömmlichen Solaranlagen ragen die Module in Reihen aus dem Wasser – ein frischer Ansatz für die Solarenergie.
Sinn Power hatte das Grundkonzept schwimmender Solaranlagen bereits im Mai 2024 vorgestellt. Nun wird die Idee in Gilching umgesetzt, wobei die Anlage nur 4,65 Prozent der Seefläche einnimmt – deutlich unter der gesetzlichen Obergrenze von 15 Prozent in Deutschland. Der Großteil des Gewässers bleibt damit für Tiere und andere Nutzungen frei.
Die vertikale Anordnung der Module verbessert die Energieausbeute in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden. Zudem erleichtert sie Reinigung und Wartung. Um die Module auch bei starkem Wind stabil zu halten, kommt ein Mechanismus namens 'Skipp-Float' zum Einsatz, der wie der Kiel eines Segelboots funktioniert. Bisher gab es keine größeren Probleme durch Wetter oder Wildtiere.
Während China bereits große schwimmende Solaranlagen auf dem Meer gebaut hat, setzen diese auf flache Module. Sinn Powers Design ist das erste, das die Paneele senkrecht auf dem Wasser positioniert. Trotz dieser Innovation sind in Deutschland oder Europa seitdem keine weiteren vertikalen schwimmenden Solarprojekte geplant oder realisiert worden.
Das System vermeidet Landverbrauch, indem es auf Steinbrüchen oder künstlichen Seen schwimmt. So werden ungenutzte Wasserflächen erschlossen – eine neue Möglichkeit, Solarstrom auszubauen, ohne wertvolle Flächen zu belegen.
Die Pilotanlage in Gilching bleibt vorerst die einzige vertikale schwimmende Solaranlage Europas. Ihr Design maximiert die Effizienz bei schwachem Licht und hält sich gleichzeitig an ökologische Vorgaben. Bei Erfolg könnte sie den Weg für ähnliche Projekte auf ungenutzten Gewässern in der gesamten Region ebnen.