22 January 2026, 16:26

Wie bayerischer Populismus die Politik zwischen CSU und Freien Wählern dominiert

Eine Karte von Bayern aus dem 15. Jahrhundert, die geografische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt und von informativem Text und Logos begleitet wird.

Studie: CSU und Freie Wähler setzen auf regionalen Populismus - Wie bayerischer Populismus die Politik zwischen CSU und Freien Wählern dominiert

Eine neue Studie zeigt, wie regionaler Populismus das Wahlverhalten in Bayern prägt. Die Christlich-Soziale Union (CSU) und die Freien Wähler setzen auf bayerische Identität, um Anhänger zu gewinnen. Ihre Botschaften stellen lokale Traditionen den Politikvorgaben aus Berlin und Brüssel gegenüber.

Die von Dr. Jan Philipp Thomeczek durchgeführte Untersuchung, die 2026 in der Fachzeitschrift German Politics veröffentlicht wurde, analysiert die Strategien der beiden dominierenden bayerischen Parteien. Sowohl die CSU als auch die Freien Wähler betonen den Schutz der bayerischen Kultur, Heimat und Bevölkerung. In ihren Reden und Parteiprogrammen werden nationale und EU-Institutionen häufig als Bedrohung für regionale Interessen dargestellt.

Wähler, die sich von regional-populistischer Rhetorik angesprochen fühlen, tendieren dazu, die CSU oder die Freien Wähler zu unterstützen. Beide Parteien stilisieren Berlin und Brüssel zu Gegenspielern und argumentieren, dass deren Politik Bayern schade. Gleichzeitig lehnen Anhänger der Linken, der SPD und der Grünen solche Botschaften largely ab. Trotz des starken regionalen Fokus von CSU und Freien Wählern liegt die AfD in Bayern laut Studie weiterhin nahe an ihrem bundesweiten Durchschnitt. Dies deutet darauf hin, dass der regionale Populismus zwar die beiden bayerischen Parteien stärkt, die rechtspopulistische AfD dadurch aber nicht zwangsläufig geschwächt wird.

Die Ergebnisse unterstreichen, welche zentrale Rolle regionale Identität in der bayerischen Politik spielt. CSU und Freie Wähler gewinnen weiterhin Unterstützung, indem sie lokalen Stolz über nationale oder europäische Politikvorgaben stellen. Ihr Ansatz spricht vor allem Wähler an, für die bayerische Kultur und Autonomie Priorität haben.