Wildsteig führt Zweitwohnungssteuer ein – 20.000 Euro mehr für den Haushalt
Emil KrügerWildsteig führt Zweitwohnungssteuer ein – 20.000 Euro mehr für den Haushalt
Die bayerische Gemeinde Wildsteig führt eine Zweitwohnungssteuer ein, die etwa 25 Grundstücksbesitzer betrifft. Die Behörden erwarten dadurch jährliche Mehreinnahmen von rund 20.000 Euro und wollen so auch Fragen der Beitragsgerechtigkeit auf lokaler Ebene angehen. Die Entscheidung fällt in einer Zeit, in der der Ort sein Haushaltsdefizit ausgleichen muss – ohne dabei die Mieten in einer Region zu erhöhen, die ohnehin für bezahlbares Wohnen und malerische Landschaft bekannt ist.
Die neue Abgabe trifft voraussichtlich 25 der 60 Personen, die in Wildsteig derzeit einen Zweitwohnsitz angemeldet haben. Die Steuersätze staffeln sich zwischen 14 und 25 Prozent, wobei die Gemeinde ihren Hebesatz auf 20 Prozent festlegt. Die Verantwortlichen argumentieren, dass auch diejenigen, die nur wenige Wochen im Jahr vor Ort verbringen, sich an der Finanzierung der örtlichen Infrastruktur beteiligen sollten.
Der Verwaltungsaufwand für die Einführung wird auf etwa vier Arbeitstage veranschlagt. Ab dem zweiten Jahr soll der jährliche Aufwand auf nur noch ein bis zwei Stunden sinken. Wildsteig orientiert sich mit der Steuer an ähnlichen Modellen anderer deutscher Regionen, bleibt dabei jedoch unabhängig von übergeordneten Kreisrichtlinien. Die Nachbargemeinde Rottenbuch steht dem Vorhaben hingegen kritisch gegenüber. Bürgermeister Markus Bader warnte, der zusätzliche bürokratische Aufwand könnte die finanziellen Vorteile überwiegen. Dennoch setzt Wildsteig den Plan um – mit Verweis auf die Einnahmennotwendigkeit und das Prinzip der geteilten Verantwortung für die natürlichen und gemeinschaftlichen Ressourcen des Ortes.
In den kommenden Monaten tritt die Steuer in Kraft und wird das jährliche Haushaltsvolumen Wildsteigs um 20.000 Euro aufstocken. Rund 25 Zweitwohnungsbesitzer müssen dann die neue Abgabe zahlen, während der Ort seinen Ruf als günstige und idyllische Wohnlage behält. Die Maßnahme spiegelt einen bundesweiten Trend wider, bleibt aber eine lokale Entscheidung, die in den umliegenden Gemeinden auf geteilte Resonanz stößt.