Berliner Kultursenatorin tritt nach Fördergeld-Skandal zurück – Evers übernimmt Doppelfunktion
Philipp LangeBerliner Kultursenatorin tritt nach Fördergeld-Skandal zurück – Evers übernimmt Doppelfunktion
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag zurück, nachdem ein Bericht rechtswidrige Bewilligungen von Fördergeldern aufgedeckt hatte. Wie das Rechnungsprüfungsamt feststellte, waren 2,6 Millionen Euro, die eigentlich für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus vorgesehen waren, unrechtmäßig vergeben worden. Der derzeitige Finanzsenator Stefan Evers (CDU) übernimmt nun zusätzlich ihr Ressort.
Der Rücktritt erfolgte, nachdem das Berliner Rechnungsprüfungsamt Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Fördermitteln aufgedeckt hatte. Insgesamt 13 Projekte hatten ohne ordnungsgemäße Genehmigung Gelder in Höhe von 2,6 Millionen Euro erhalten. Zunächst war Thomas Heilmann als möglicher Nachfolger im Gespräch gewesen, doch eine Berufung unterblieb.
Stefan Evers, Mitglied der CDU, wird nun sowohl das Finanz- als auch das Kulturressort leiten. Seine Ernennung folgt auf seine anerkannten finanziellen Fachkenntnisse sowie sein starkes Engagement für kulturelle Belange. Die Doppelfunktion soll bis zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen im September 2020 bestehen bleiben.
Evers war bereits als Finanzsenator der Stadt tätig. Die erweiterten Verantwortlichkeiten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Kulturressort wegen des Umgangs mit öffentlichen Geldern unter besonderer Beobachtung steht.
Mit Evers an der Spitze beider Behörden will Berlin die vom Rechnungshof beanstandeten Förderprobleme angehen. Die Übergangsregelung bleibt bis zu den anstehenden Wahlen in Kraft. In den kommenden Monaten wird der Kulturbereich der Stadt unter strengerer finanzieller Aufsicht stehen.






