Zwei Denkmäler, zwei Botschaften: Kolumbus-Statue und NS-Mahnmal polarisieren
Emil KrügerZwei Denkmäler, zwei Botschaften: Kolumbus-Statue und NS-Mahnmal polarisieren
Zwei Denkmäler haben kürzlich Aufmerksamkeit erregt, da sie gegensätzliche Botschaften über die Geschichtsaufarbeitung vermitteln. In den USA wurde als Reaktion auf die Black-Lives-Matter-Proteste ein Monument zu Ehren von Christoph Kolumbus in der Nähe des Weißen Hauses aufgestellt. Gleichzeitig erinnert in Brandenburg eine schlichte Stahlskulptur an Jutta Baumwol, ein Opfer der NS-Verfolgung, sowie an andere Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs zur Zwangsarbeit gezwungen wurden.
Im Juni 2020, nach dem Tod von George Floyd und den landesweiten Black-Lives-Matter-Demonstrationen, ordnete der damalige US-Präsident Donald Trump die Aufstellung einer Kolumbus-Statue an. Die Bronzefigur steht heute an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building. Kritiker werten diesen Schritt als Ablehnung der Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit der USA und dem Erbe der Gewalt gegen indigene Völker.
Das Brandenburger Mahnmal erzählt eine andere Geschichte. Die 2018 errichtete Stahlskulptur zeigt das Gesicht einer Frau und steht an einer Landstraße bei Neuendorf im Sande. In Auftrag gegeben wurde sie vom Bruder Jutta Baumwols, die vom Gut aus nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. Das Denkmal gilt all jenen, die in den frühen 1940er-Jahren auf dem Anwesen zur Zwangsarbeit gezwungen wurden.
An bedeutenden Tagen wie dem Holocaust-Gedenktag am 27. Januar oder dem 8. Mai, dem Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, versammeln sich oft Besucher am Ort. Bis Mai – zu Baumwols 101. Geburtstag – werden noch mehr Menschen erwartet. Das Mahnmal bietet Nachkommen einen Raum, um zu trauern, zu reflektieren und der verlorenen Leben zu gedenken.
Während die Kolumbus-Statue in Washington ein umstrittenes Symbol bleibt und eine umkämpfte Geschichtserzählung unterstreicht, steht das stählerne Antlitz Jutta Baumwols in Brandenburg als dauerhafte Mahnung an die NS-Verbrechen und die bleibende Pflicht des Erinnerns. Beide Denkmäler zeigen, wie öffentliche Kunst die Kämpfe um Erinnerung und Gerechtigkeit prägt – und von ihnen geprägt wird.






